Die Erfindung des Urlaubs als Marke

ein fiktives Interview

Robert Fünfstern, Ceo von fivestar, spricht im Interview mit beBlog über Innovationen in der Tourismusbranche, Markenpolitik und die Segnungen der Unabhängigkeit.

beBlog: Urlaub von fivestar steht an der Spitze der einschlägigen Rekordlisten bei Auktionen. Für eine emotiontour wurden kürzlich 100.000 Euro gezahlt, für eine celeb emotionaltour sogar 250.000 Euro. Wie kann man dafür so viel Geld bezahlen? Warum kann man fivestar-Reisen nicht in einem normalen Reisebüro buchen?

Robert Fünfstern: Ich bezeichne Urlaub in seiner besten Form als Elementarerlebnis. Damit sind tief unter die Haut gehende Erlebnisse gemeint, Bekanntschaften mit aussergewöhnlichen Menschen, Grenzerfahrungen oder schlicht und einfach das, was man als Horizonterweiterung bezeichnet. Das muss nicht unbedingt viel Geld kosten. Im Grunde kann das jeder selbst erleben, der offen ist und – beispielsweise – auf einem Konzert die Virtuosität eines Musikers hautnah und unmittelbar zum ersten Mal erfahren hat. Wir auktionieren diese ‘emotional travel’ genannten Erlebnisse, die limitiert sind, und bewirken damit das Gegenteil an Erlebnissen, die mit Massentourismus verbunden werden und beliebig austauschbar sind. Damit heben wir uns deutlich von Reisebüros ab. Unsere Leistungen sind nicht bezifferbar. Der Kunde bezahlt das, was er kann und zahlen möchte.

beBlog: Wer sind ihre Kunden?

Robert Fünfstern: Wir bezeichnen unsere Kunden als gute Bekannte. Sie sind so individuell wie wir. Die Summen, die genannt wurden, werden in der Regel nur für aussergewöhnlich emotionale Erlebnisse bezahlt, auf die mehrere Dinge zutreffen: Sie müssen selten sein, aussergewöhnlich und sie müssen zweitens eine ganze Reihe von .. Besonderheiten aufweisen …

beBlog: … je extremer, desto besser?

Robert Fünfstern: Ja und nein, es können auch andere Merkmale eine Rolle spielen wie etwa ein bisher noch nicht erlebtes Gefühl. Eine neue Sicht der Dinge. Virtuell, real, virtureal. Reisen, die bestenfalls alle Kriterien gleichzeitig erfüllen, erzielen Höchstpreise in dieser Größenordnung. Außerdem wissen die Leute, dass wir eine sehr renommierte Agentur sind und schon immer hochwertige und einmalige Eindrücke zur Reife gebracht haben.

beBlog: Gehört es zur Marketingstrategie, auf spekulative Ereignisse zu setzen?

Robert Fünfstern: Nein, ganz einfach nein. Viele Leute glauben, dass wir auf Spekulation setzen, aber das stimmt nicht. Wir überlassen so wenig wie möglich dem Zufall. Sogar der Zufall ist bei uns eingegrenzt kalkuliert.

beBlog: Wie kann man den Zufall kalkulieren?

Robert Fünfstern: Sie benötigen ein Modell, das so gut wie alle Wahrscheinlichkeiten beinhaltet. Eine davon wird eintreffen. Sie müssen sicherstellen, dass das eintreffende Ereignis hochwertig ist und die oben beschriebenen Eigenschaften aufweist.

beBlog: Das lässt sich doch nicht sicher einplanen?

Robert Fünfstern: Qualität ist unter anderem eine Frage des Willens. Wenn Sie es anstreben, werden Sie es in der Regel bekommen.

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