Der Haken an der Sache. Die Online Reiseportale im Abwärtstrudel

Nein. Damit ist nicht die ganze Reisebranche gemeint, die sich im Abwärtsstrudel befindet. Dazu ist sie zu komplex und man muss schon genau differenzieren, was damit gemeint ist.

Die Online Reiseportale wie ab-in-den-urlaub.de, Expedia und Opodo oder viele andere prägen das Internet mit ihrem Werbedruck und viele Konsumenten verwechseln diese Portale inzwischen mit der Reisebranche allgemein.

Aber wer kennt schon den Unterschied zwischen einem Reiseveranstalter, einem Reisevermittler, Internetportal und Reisebüro? Kaum einer der Kunden kann auf Anhieb die richtige Antwort geben.

Es gibt – um die Verwirrung perfekt zu machen – nämlich auch noch Mischformen zwischen Reiseveranstaltern (solche, die keine eigenen Hotels und Flugzeuge besitzen, aber Kontigente chartern, bündeln und zu einem Reisepaket schnüren) und Hoteliers, die nur einen Teil der Leistung einkaufen (Flüge) und mit ihrem eigenen Hotelangebot bündeln und Portalbetreibern im Internet, die eine Internet Booking Engine betreiben, in der zwar Reisen anderer Veranstalter angeboten werden, aber sonst keine weitere Beratungsleistung und zum Schluss gibt es noch kleine Reisebüros, die hauptsächlich Veranstalterreisen weiter vertreiben und von schmalen Provisionen und ihren treuen Stammkunden leben und mit den Kunden manchmal als Reiseleiter auf Gruppenreise gehen.

Das Faszinierende daran, das ist die bunte Vielfalt der touristischen Dienstleistungen und alles ordnet sich dem allgemeinen Produkt Reise unter, das in sich wiederum vielfältig aufgesplittet werden kann in Pauschal-, Last Minute, Kreuzfahrten, Studienreisen, Cluburlaub, Sportreisen und Abenteuerreisen. Jeweils mit ganz eigenen Kundenprofilen, Schwierigkeitsgraden und Ansprüchen.

Und immer geht es nicht nur ums Reisen, sondern auch um Geld. Sparen, sparen, sparen, Last Minute, 1 Woche pauschal inklusive Flug 399 Euro, oder 70 Prozent minus mit täglichen Schnäppchen Deals … so werden die Kunden verrückt gemacht und können am Ende nicht mehr Gut von Böse, Qualität von leeren Versprechungen und echten Urlaub von Teutonengrill unterscheiden.

Wer ist daran schuld? Nicht ganz ohne sind die Online Portale, die alles auf den Preis und Billig setzen. Auch vermeintliche Verbraucheranwälte wie Computerbild machen keine gute Figur, wenn sie zwar andere kritisieren, mit ihren eigenen Portalen aber auch eigene Interessen vertreten.

Und wer sind jetzt die Guten?

Die Indianer. Die Verbraucher? Nein, die auch nicht. Denn die stürzen sich auf jedes vermeintliche Schnäppchen als ob es der letzte Urlaub wäre und der einzige gute Deal, den sie je in ihrem Leben gemacht haben.

Dabei liegt die Wahrheit viel näher. Die Preise sind in der Regel überall, ob Reisebüro, Reiseportal Internet oder direkt beim Reiseveranstalter nahezu und fast ziemlich gleich. Doch richtig guten Service, bekommen die Kunden nur im Reisebüro (ganz modern angebunden über Email, Telefon, Internet, direkt oder per Facebook), dort, wo man den Kunden noch bedient, persönlich berät und als treuen Kunden gerne behalten möchte.

Wer einmal begriffen hat, welche Vorteile und Sicherheiten man im Sonderfall, im Unfall, im Unglück, oder bei sonstigen Zwischenfällen durch einen perfekten Reiseserviceagentur-Ansprechpartner hat, der verzichtet gerne auf 2 Euro 50 für vermeintliche Schnäppchen, die sich hinterher als Falle erweisen, weil man etliche kleine Häkchenen an der Sache zu setzen übersehen hat. Siehe Artikel.

Aber der Service im Reisebüro selbst ist kostenlos. Im Wert von vielen Euros für intensive Beratung, Sicherheit, Infos, Tipps und Tricks.

Ich würde sogar behaupten, er ist unbezahlbar.

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4 Antworten auf Der Haken an der Sache. Die Online Reiseportale im Abwärtstrudel

  1. Ein guter Artikel wie ich finde, denn ich habe, neben dem geschäftlichen Interesse an der Zusammenarbeit mit dem stationären Reisebürovertrieb, vor kurzer Zeit eine persönliche Erfahrung gemacht. Ich plane eine Reise nach Thailand. Recherche im Internet ca. 5 Tage. Was, wie, wohin, welche Location, Airline… ein schwieriges Paket obwohl ich genau weiß was ich möchte. Schönes erstklassiges Hotel mit tollem Service (wo auch das Personal gut bezahlt und behandelt wird), am Strand, etwas abgelegen, Kochkurs vielleicht, nicht weit entfernt von der Meile wo es auch mal eine Bar gibt, Direkt-Flug, Transfer, ein bisschen Bangkok, schon wieder ein Hotel. Die Anforderung ist hoch. Ich habe online ziemlich viele Angebote gefunden. Aber irgendwie waren das schon ziemlich viele Informationen. Dann habe ich mein Reisebüro angerufen und das Ding war innerhalb von wenigen Stunden gebongt. Mit perfekter Beratung, mit perfekten Destinations-Wissen, mit Freitzeitideen gespickt. Einfach klasse. Preislich kein Unterschied zur Online-Buchung. Allerdings weiß ich jetzt auch, dass ich das bekomme was ich mir für meinen Urlaub wünsche. Und das gibt mir ein sehr gutes Gefühl. Und auch Zeit ist schließlich Geld. Und Zeit, nein, die habe ich nicht. Gute Reisebüros, und ich möchte die Betonung auf “GUT” legen, sind tatsächlich unbezahlbar. Es gibt aber auch andere, die gar keine Ahnung haben. Zum Glück gibt es davon nicht sehr viele…Nur, die wundern sich dann, dass sie sich vom Online-Portal nicht differenzieren, liegt der Wert doch tatsächlich in der Beratung, in der persönlichen Kundenbindung, im Wohlfühlpaket… dass der Kunde einfach auch schon vor der Reise mit der Buchung im Reisebüro kauft.

    Also: “ich buche im Reisebüro” – meines Vertrauens!

    Beste Grüße

    Thorsten Lehmann
    Sunny Cars GmbH

  2. beTravel Bernd sagt:

    Lieber Thorsten Lehmann, vielen Dank für den Kommentar, der uns in unserer Haltung noch mehr bestärkt. Wir freuen uns ganz besonders über das Vertrauen eines ‘Insiders’ der Touristikbranche, denn wir arbeiten natürlich auch mit Sunny Cars schon lange zusammen und haben sehr gute Erfahrungen mit den Mietwagen von euch gemacht. Hier trifft sich tatsächlich ein wichtiges gegenseitiges Interesse, wir Reisebürovermittler haben natürlich um so weniger Stress mit dem Kunden, wenn wir “gute” Produkte vermitteln, das heisst, mit Veranstaltern und Brokern zusammenarbeiten, die den Kunden ein gutes Urlaubsgefühl geben.

    Dann haben wir weniger Reklamationen und Beschwerden, wenn bei der Urlaubsreise vor Ort alles stimmt.

    Weiterhin gute Zusammenarbeit. Wir sind auf dem Posten, wie ihr auch!!

    Viele Grüße

    Bernd Schray, beTravel Reiseserviceagentur

  3. kirstin kirstin sagt:

    Ich kann dem nur zustimmen. Täglich werden es mehr, egal ob jung oder alt, die sich wieder in die Reisebüros begeben und das charmante Wissen der Expedienten anzapfen, die glücklich sind, weil sie wissen egal was passiert, sie haben die Sicherheit von Insidern die ihr Fach verstehen und sie aus jeder unpässlichen Situation rausholen.
    P.S.
    und es bleibt einfach einer der spannendsten Berufe den es gibt.

  4. beTravel Bernd sagt:

    @kirstin Stimmt genau. Einer der spannendsten und aufregendsten Berufe – man kann wahnsinnig viel erleben, schöne Länder bereisen, Hotels kennenlernen und Kunden betreuen. Das ist nicht jedermanns / jederfrau Sache, aber wenn man richtig im Job drin ist, dann kann es total Spaß machen. Einer der Gründe, warum ich den Artikel geschrieben habe, war der Aspekt, genau diese Argumente rüberzubringen und deutlich zu machen. Eine gute Reiseserviceagentur ist ein ganz anderes Geschäft als ein profitgetriebenes seelenloses Onlineportal. Es wird mit viel mehr Herz und Engagement betrieben! Das ist in Vergessenheit geraten. Weil die meisten Kunden und Surfer nur noch auf den Preis schielen. Dabei ist der Preis in der Reiseserviceagentur oftmals gleich oder sogar günstiger. Weil mehr weiche Faktoren berücksichtigt werden .. die ein Algorithmus nicht ‘kann’.

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