Ich stelle mir das gerade vor – Teil 1

Hamburg, an einem nebligen, naßgrauen Tag im Oktober. Wir haben noch die ganze Nacht durchgefeiert, denn nun geht es auf’s Schiff. Das Elbufer und die kleinen Lotsenboote grüßen und wir stehen an der Reeling und winken. Tschüs, Michel & Deutschland. Es geht hinaus aufs offene Meer, wir genießen die steife Brise und die kühle Nordsee und der nächste Tag ist ein Seetag. Ein Seetag wie noch viele andere folgen werden. Mit frischer Seeluft, endlos weiten Blicken bis zum Horizont und einem grenzenlosen Freiheitsgefühl.

Hamburg Hafen, Elbufer

Hamburg Hafen, Elbufer, Landungsbrücken

Foto: © www.mediaserver.hamburg.de

Am zweiten Tag frühmorgens den Sonnenaufgang beobachten. Da ist die südenglische Küste in Sicht und gleich geht es langsam die Themse hoch bis zum Anlegeplatz in London. 8 Uhr ist eine gute Zeit, denn der Tag gehört uns. In London. Swinging London. Was tun? Zum Riesenrad, zum Tower, zum Buckingham Palace? Oder alles zusammen? Die Zeit verfliegt wie im Flug, wir haben den Eindruck, wir sind schon drei Tage hier, so viele Eindrücke strömen auf uns ein und abends um 18 Uhr sind wir dann wieder rechtzeitig an Bord, um das Auslaufen vor der Kulisse der beleuchteten englischen Metropole richtig zu genießen. Sail away; Enya begleitet uns beim Gleiten hinaus aufs offene Meer, wir haben noch soviel vor und die Reise hat erst begonnen.

London, Königliche Garde

London, Königliche Garde

Foto: © Bernd Schray

Paris ist nur eine Nacht entfernt, die wir entspannt auf dem Weg dorthin in einer der vielen Bars an Bord verbracht haben, mit neuen Freunden, Weltenbummler wie wir, das ist ein starkes, verbindendes Gefühl. Wir sind um 8 Uhr in Le Havre gelandet, von dort geht es über Land nach Paris, in die Stadt der ewigen Liebe und des Flirts. Hat sich ganz schön gewandelt. Wir wollen ins Centre Pompidou, ins weltberühmte Museum, eigentlich wollen wir auch ins Moulin Rouge im Künstlerviertel Montmartre, aber tagsüber ist es eher nicht so prickelnd dort, also besuchen wir lieber den Eiffelturm und trinken einen Pastis und einen Kaffee und lustwandeln entlang der Seine.

Zurück in Le Havre dreht das Schiff gleich wieder hinaus auf See und wir können uns entspannt zurücklehnen, denn der nächste Tag ist ein Seetag. Erholung. Ruhe. In einer kuschligen Lounge, im Spa, auf Deck unter Deck, im Kino, an den Geräten, im Casino, wo immer wir wollen. Alles geht, nichts ist unmöglich. Wir erwarten am fünften Tag Santander in Spanien, die große Unbekannte. Jedenfalls für mich, denn ich war noch nie in Santander, das einzige was ich damit verbinde, ist der Name einer Bank gleichen Namens, alles andere wird eine Überraschung. Es wird nicht die einzige bleiben. Auch La Coruna ist noch ein weißer Fleck auf meiner persönlichen Landkarte. Umso mehr freue ich mich, jetzt endlich eine gute Gelegenheit zu haben, diese klangvollen Namen mit Bildern zu füllen.

Lissabon, die Oberstadt mit dem ehemaligen Königsschloss und im Umkreis dazu zahlreiche Fadokneipen und die Unterstadt mit ihren alten, historischen Gebäuden, dem Tejo, den grandios gespannten Brücken und ihrer jahrtausendealten Tradition. Ein Erlebnis. Und ein Wiedersehen. Denn ich war schon oft dort, aber noch niemals an Bord eines Schiffes, sondern immer nach einer langen Autofahrt über staubige Straßen durch spanische Landschaften. Diesmal aber majestätisch, wie es sich für ein weißes Schiff gehört, das einen klangvollen Namen trägt, mit großen Augen die Welt betrachtet und mit einem Lächeln die Menschen in fremden Gestaden begrüßt. Lissabon läßt uns eine ganze Nacht verweilen, erst am nächsten Tag geht es weiter am Nachmittag in Richtung Cadiz, wieder in Spanien.

Jetzt sind wir schon den neunten Tag unterwegs und die Fahrt bleibt so spannend wie die Häfen, die wir anlaufen. Die gesamte Organisation ist ein Kraftakt, der die Crew stets vor neue Herausforderungen stellt, mit immer neuen Überraschungen.

Die Gegend, in die wir nun kommen, lässt uns wieder die Pullover im Gepäck verstauen, denn wir nehmen Kurs auf die Inseln des ewigen Frühlings. Die Kanaren im Atlantik haben ein angenehmes, freundliches Klima, aber zuvor machen wir noch einen kurzen Abstecher nach Madeira, der Blumeninsel, mit einem Besuch in Funchal. Schon von weitem erkennen wir die markanten Steilhänge, fast ähnlich wie in Teneriffa, aber die Kegelspitze des Teide ist doch markanter und unverwechselbar.

Fortsetzung folgt. Ich stelle mir das gerade vor … Eine Reise von 55 Tagen im Herbst 2012 von Hamburg bis Buenos Aires mit AIDAcara

AIDA Artwork

AIDA Artwork

Foto: © Bernd Schray

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3 Antworten auf Ich stelle mir das gerade vor – Teil 1

  1. Reiselustig Reiselustig sagt:

    Tolle Bilder und super Artikel. Die ungefähr gleiche Route habe ich selber hinter mir.

  2. Susi Susi sagt:

    schön geschriebener Bericht. Nur England ist garnicht mein Ding. Zu schlechtes Wetter (meist). Ich bevorzuge den Süden ;-)

  3. beTravel Bernd sagt:

    Hallo Susi, immer nur Süden ist immer bergab ;-) oh, sorry, ich liebe auch die Sonne, aber mir ist gerade nichts besseres eingefallen. Ich überleg mir was …

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