ReiseBlog
Asien romantisch

Myanmar – Land der Gegensätze

Myanmar, das fernöstliche, mystische Land in Südostasien, bekannt auch unter dem Namen Birma oder Burma, grenzt an Thailand, Laos, die Volksrepublik China, Indien, Bangladesch und den Golf von Bengalen. Sein Image ist vielfach bestimmt durch rotgewandete Mönche, Lotusblumen, Buddhastatuen, Papierschirme und Unmengen an Farben und Gerüchen, aber auch durch nicht ganz so friedliche Nachrichten, die immer wieder in die Schlagzeilen dringen: Blutige Aufstände gegen die Militärregierung, Unterdrückung der muslimischen Rohingya, Aung San Suu Kyi, die Lichtgestalt der Opposition im Hausarrest. Es sind Widersprüche, die die Reiseerlebnisse des mit landschaftlichen Naturwundern und Sehenswürdigkeiten gesegneten Landes trüben.

Bagan, Myanmar
Bagan, Myanmar

Muslimische Rohingya-Minderheit

Erst vor kurzem las ich wieder in den Nachrichten, dass die UNO der buddhistischen Mehrheit in Myanmar vorwirft, die muslimische Rohingya-Minderheit im Norden des Landes grausam zu unterdrücken und mit der Hilfe des Militärs zu vertreiben. Das Vorgehen gegen die Rohingya im nordwestlichen Bundesstaat Rakhine laufe auf eine „ethnische Säuberung“ hinaus, hieß es. Dieses Verhalten bringt auch muslimische Nachbarländer in Südasien und Südostasien gegen die Burmesen auf. In Bangladeschs größter Moschee demonstrierten etwa 5.000 Menschen für ein Ende der Gewalt.
Die muslimischen Rohingya sind eine im Norden und Westen des Rakhine-Staates lebende ethnische und religiöse Minderheit. Da Myanmar ihnen die Staatsbürgerschaft verweigert, sind sie staatenlos. Die zunehmenden Übergriffe auf die Siedlungen der Rohingya, vor allem im Jahr 2012, haben einerseits eine Flüchtlingswelle innerhalb des Staates und Richtung Bangladesch ausgelöst, andererseits deren Radikalisierung insbesondere bei vielen Jugendlichen gefördert. Die Region Rakhine liegt abseits der Rennstrecken der meisten Touristen und so ist es kein Wunder, wenn kaum ein Besucher über Gewalt und Ausschreitungen berichtet. Auch mir ging es so. Alle persönlichen Begegnungen, Erlebnisse und zwischenmenschlichen Beziehungen, an die ich mich bei meinem Besuch in dem Land erinnere, waren friedlich und freundlich, ich konnte auch keine Spannungen zwischen den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen spüren. Die Birmanen verhalten sich zu Besuchern aus dem Ausland ausgesprochen gastfreundlich. Wenn ich damals gefragt worden wäre, hätte ich ungläubig staunend Berichte von Aggression und Verfolgung zurück gewiesen. Ich hätte es nicht bestätigen können. Aber Myanmar ist groß und die Konflikte sind wie schon gesagt meist lokal begrenzt und weit entfernt von den Hotels der Touristen.

Buddhismus pur erleben!

In den gängigen Reiseführern von Marco Polo, Lonely Planet und Baedeker werden Myanmars Klöster, seine Tempelanlagen, die buddhistischen Mönchsorden und der landschaftliche Reiz des Landes an erster Stelle erwähnt. Der Inle-See liefert romantisch verträumte Fotomotive in Hülle und Fülle, nicht minder die Szenerie um das Ayeyarwady Delta und die schwimmenden Märkte. Im Kuthodaw-Tempel in Mandalay befindet sich das größte Buch der Welt mit den Lehren aus dem Leben Buddhas. Auf 729 Marmorplatten könnte man alles nachlesen, wenn man die Schrift entziffern und die Sprache verstehen würde. Wie wichtig Buddha den Burmesen ist, zeigt auch der mit 250 Kilogramm Gold verzierte Mahamuni-Buddha in Mandalay. Mehr als 3.000 Klöster und Pagoden allein in der Ebene von Bagan zeugen vom Traditionsbewusstsein sowie dem Stellenwert, den Glaube und Religion hier einnehmen. Mit staunenden Sinnen begegnet man einer überirdisch erscheinenden Welt, die sich uns materialistisch geprägten, westlich nüchtern denkenden Menschen geheimnisvoll erschließt. Allein die Königsstadt Mandalay sollte bei einem Besuch mindestens zwei oder weitere Übernachtungen wert sein. Auch die unvollendete Pagode von Mingun und ein Bootsausflug auf dem Ayeyarwady sind phantastische Erlebnisse für mich gewesen. Wer keine Flug- und Höhenangst besitzt, schwebt in einem bunten Fesselballon über die märchenhaft erscheinende Landschaft dieses goldenen, grünen und fruchtbaren Landes.

Schwimmende Dörfer, Lotusweberei und Schirme aus handgeschöpftem Papier

Die Faszination für Myanmar macht für mich vor allem auch die Kreativität und Handwerkskunst der Einheimischen aus. So stellen beispielsweise Einheimische dekorative Schirme mit Blütenschmuck aus handgeschöpftem Papier für ihre Ordensmänner her. Abwechslungsreich und wunderschön! Legendär sind auch die schwimmenden Dörfer und Gemüsegärten. Am besten erreicht man diese im Langboot. Zu uns Fremden und Touristen sind die Einheimischen sehr freundlich und mit einem guten Tour-Guide erfährt man sogar aus erster Hand wie man sein Leben auf dem Wasser organisieren kann. Eine Lotusweberei konnte ich auf meiner Reise auch bewundern. Davor wusste ich gar nicht, dass man Lotus so bearbeiten kann. Mein Faible für Handarbeit und Kunsthandwerk hat mich aber magisch zu den Webstühlen gezogen. Aus den Stängeln der Lotusblüten ziehen die Einheimischen ihr Garn und stellen daraus schließlich beeindruckende Tücher her. Ich habe mir einen wunderschönen Seidenschal gekauft, der mich jedes mal, wenn ich ihn trage, an dieses bunte, ferne Land erinnert.

Am Ende meiner Reise durch Myanmar ging es zurück nach Yangon. Dort konnte ich Gold und Glanz der Shwedagon-Pagode unmittelbar und hautnah life erleben. Ich dachte wirklich, ich befinde mich in einem Märchen fernab im Morgenland. Gold und Edelsteine direkt vor meinen Augen. Wieder ein Beweis, wie hoch geschätzt, wie tief verehrt der Buddhismus bei den Burmesen ist. Man fragt sich unwillkürlich, wie die Gegensätze zwischen Friedfertigkeit, Frömmigkeit, Demut und Glauben mit den Bildern der Militärjunta, Unterdrückung und Gewalt zusammenpassen. Wäre dieser Spannungsbogen nicht, wäre Myanmar mein absolutes Lieblingsziel in diesem Teil der Erde.

Wie soll man sich als Tourist politisch korrekt verhalten?

Hinschauen oder wegsehen? Fragen stellen oder lieber den Mund halten? Ein berühmter Asien-Korrespondent der siebziger und achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts, Tiziano Terzani, sagte sinngemäß beim Besuch des damals noch verschlossenen Landes: Nur die Dinge, über die berichtet wird, werden wahrgenommen. Wenn es keine Zeugnisse und Bilder gibt, dann ist es, als ob die Ereignisse nicht stattgefunden hätten. Sie bleiben unsichtbar. Fliegen ohne Flügel: Eine Reise zu Asiens Mysterien.

Jeder einzelne Tourist und Reisende muss für sich selbst entscheiden, wie weit er Augen und Ohren öffnet, mit denen er das Land bereist und wie er die Dinge, die er erlebt, verarbeitet und verbreitet.

Hier ist eine Galerie von Fotos unserer Kunden, die mit uns und den führenden Tour Operatoren wie Gebeco, Studiosus, Marco Polo und anderen renommierten Studienreiseveranstaltern dieses Land bereist haben. Ihre Reiseeindrücke haben sie in diesen Fotos dokumentiert. Alle Fotos wurden auf ausgedehnten Rund- und Studienreisen durch Myanmar in den letzten Jahren aufgenommen.

Anbei habe ich für alle Leser, die mir bis hierher gefolgt sind und noch nicht aufgegeben haben, einige Informationen zu Reisen, die von Spezialreiseveranstaltern angeboten werden, angefügt. Es gibt ein breites Angebot an individuellen Touren und ich empfehle, bei uns nachzufragen, welche Touren aktuell zur Auswahl stehen. Ich kann diese Reisen allen interessierten Freunden guten Gewissens empfehlen, die Myanmar mit seinen Facetten und Höhepunkten erleben möchten.


Individuelle Touren durch Myanmar in einer Minigruppe

Myanmar – Ganz familiär in der Mini-Gruppe zu den Höhepunkten des „goldenen Landes“
5 Termine 2017
16 Tage
qualifizierte Studienveranstalterreise
Doppelzimmer, inkl. Flug ab Frankfurt oder München
ab 3.034 € pro Person* (ggf. zuzüglich Flugzuschlag)

  • Koloniales Yangon
  • Bagans Pagodenfelder
  • Bootsfahrt auf dem Ayeyarwady
  • Königliches Mandalay
  • Buddhistische Höhlen im Shan-Hochland
  • Inlesee

*Angebote vom Stand 17.05.17


Sicherheitstipps und Einreisebestimmungen

Gute Tipps und Einreisebestimmungen zum Besuch von Myanmar werden ständig aktualisiert und sind unter den Sicherheitshinweisen vom Auswärtigen Amt zu finden.


Reiseführer Myanmar

 

 

 


Links zu anderen themenrelevanten Reiseblogs

 

12 Kommentare

  1. Ich war letztes Jahr in Myanmar! Napali Beach ist für mich einer der schönsten Strände auf der Welt. Sehr ursprünglich, ruhig und mit ganz klarem Wasser.

  2. Nach so einer langen Militärdiktatur ist es toll, dass das Land sich so geöffnet hat für Besucher!
    Mein Traum ist es, dass ich irgendwann eine Ballonfahrt über Bagan mache 🙂

    Toller Bericht!

    1. Hallo Elza, nein, so genau hab ich nicht mitgezählt. 🙂
      Danke für Deine Info. Ja, da kann es schon Spannungen unter den verschiedenen Volksgruppen geben. Wenn ich da blos an die Bayern und die Preissn denke 🙂
      Gruss Bernd

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.