Korea Essentials – die interesantesten Sehenswürdigkeiten in Seoul

Drei anstrengende Tage Taiwanreise lagen gerade hinter mir und was jetzt folgen sollte, hörte sich noch schweißtreibender und anstrengender an. In Seoul konnte ich, zusammen mit den anderen Teilnehmern, die heißeste Club-Party des Jahres in Korea, vielleicht sogar Asiens, im World Club Dome in Incheon erleben. Die Einladung hatte KTO (Korea Tourism Organisation) ausgesprochen, die wir natürlich sehr gern angenommen haben. Deshalb hieß es jetzt, Koffer packen und ab nach Seoul. 2,5 Stunden Flug und eine Stunde Busfahrt waren die Sache wert. Dann Haare gestylt, schicke Klamotten an und rein in die Party. Kann es eine bessere Einstimmung für eine Städtereise geben als eine unvergessliche Party?

K-Stylehub

Der Schlaf war kurz, die Beats waren heiß und dem Taxifahrer mitten in der Nacht in gebrochenem Koreanisch den Weg zum Hotel, ca. 60km von der Party entfernt, zu erklären war nicht gerade einfach. Trotzdem war mein erstes Ziel in Seoul direkt am folgenden Morgen das K-Stylehub der koreanischen Tourismusorganisation. Hier gibt es kostenlose Broschüren & Guides zum Mitnehmen – außerdem kann man in den oberen Stockwerken traditionelle koreanische Gewänder, Hanbok, anprobieren und sich wie ein König kleiden. Sehr viel Spaß machen auch die VR-Stände, auf denen passend zu den kommenden Winterspielen in Pyeongchan diverese Sportarten simuliert werden. Auf Wunsch werden hier übrigens auch gegen eine Gebühr Kochkurse angeboten.

Insadong

Insadong ist bekannt für die traditionelle Straße, die diagonal durch das Viertel läuft. Hier finden sich unzählige Souvenirshops, die so gut wie alles anbieten, was sich als Mitbringsel für Freunde und Verwandte eignet. In Insadong ist es allerdings wichtig auf die Preise zu achten, da wie in allen Touristengegenden hier oft wesentlich höhere Preise verlangt werden als anderswo. Unabhängig davon ist ein kurzer Spaziergang entlang der Einkaufsstraße aber sehr interessant, denn viele Gäste und Animateure laufen hier in traditioneller koreanischer Kleidung umher. Wer möchte findet in Insadong auch einige fantastische Teegeschäfte, die traditionellen koreanischen Tee sowie neuere Kreationen verkaufen und zur Verkostung anbieten.

Die Einkaufsstraße von Insadong am frühen Morgen. Später wird es hier richtig voll.
Die Einkaufsstraße von Insadong am frühen Morgen. Später wird es hier richtig voll.

Bukchon

Nur wenige Haltestellen oder einen ca. 30-minütigen Fußweg von Insadong entfernt befindet sich Bukchon, Seouls traditioneller Stadtteil. Bukchon ist deshalb ganz besonders sehenswert, weil hier fast alle Gebäude noch im traditionellen Baustil erhalten und belebt werden. Hier finden sich einige wunderschöne Fotomotive, Cafés und kleine Galerien und Ateliers von lokalen Künstlern, die oft ohne Eintritt besucht werden können. In Bukchon ist es übrigens wichtig, sich rücksichtsvoll und vor allem gediegen zu verhalten, da viele der traditionellen Häuser, wie bereits erwähnt, noch heute aktiv bewohnt werden und die Bewohner nicht gestört werden sollten.

Typisch für Bukcheon sind die traditionell gedeckten Dächer des Viertels.
Typisch für Bukcheon sind die traditionell gedeckten Dächer des Viertels.

Samcheongdong

Ähnlich wie Bukchon aber etwas moderner zeigt sich Samcheongdong. Hier wird der Konstrast, der sich seit dem Krieg innerhalb der koreanischen Kultur gebildet hat sichtbar. Zwischen traditionellen Häusern und Gebäuden reihen sich in Samcheongdong moderne trendige Cafés, Shops und Restaurants, die dem Viertel einen ganz besonderen Charme verleihen. Besonders schön sind die unzähligen kleinen Boutiquen, die abgefahrene Kleidung verkaufen, welche man bei großen Ketten vergeblich suchen wird.

Eingang zu einer der vielen Einkaufsstraßen in Samcheongdong mit kleinen Boutiquen und Cafes
Eingang zu einer der vielen Einkaufsstraßen in Samcheongdong mit kleinen Boutiquen und Cafes.

Gyeongbokgung

Gyeongbokgung im Herzen von Seoul war einst Königspalast und wohl eine der prächtigsten Paläste im fernen Osten. Der Tempel wurde durch japanische Invasoren leider komplett zerstört und Wissen über das einstige Aussehen und die Struktur der Anlage sind nur durch Aufzeichnungen und Überlieferungen bekannt. Dennoch hat die koreanische Regierung nach dem Krieg mit dem Wiederaufbau begonnen und den Palast zu großen Teilen in seiner ursprünglichen Form wiederhergestellt. Touristen können den Palast täglich bis ca. 18 Uhr besuchen, der einzige Ruhetag ist der Dienstag. Übrigens: Wer den Palast in einem traditionellen Hanbok besucht, spart sich den Eintrittspreis in Höhe von ca. 2 €.

Mädchen im traditionellen koreanischen Hanbok. Wer den Gyeongbokgung Palast in traditioneller Kleidung besucht muss keinen Eintritt zahlen.
Mädchen im traditionellen koreanischen Hanbok. Wer den Gyeongbokgung Palast in traditioneller Kleidung besucht muss keinen Eintritt zahlen.

Ikseondong

Ikseondong ist ein wahrer Geheimtipp in Seoul. Noch kaum ein Ausländer oder Tourist scheint diesen Ort zu besuchen, wodurch sich hier ein noch recht authentisches Tagesleben der Bewohner beobachten lässt. Nichtsdestotrotz bietet Ikseondong unzählige malerische Läden, Galerien, Cafés und Restaurant, die sich teils gut in den verwinkelten Gassen des Viertels verstecken.

In Ikseondong finden sich viele Blumengeschäfte mit großer Auswahl an lokalen Pflanzen.
In Ikseondong finden sich viele Blumengeschäfte mit großer Auswahl an lokalen Pflanzen.

Dongdaemun

Dongdaemun ist wohl die #1 Adresse wenn es um Shopping in Seoul geht. In Dongdaemun reihen sich Malls und Outlets in Hülle und Fülle um den DDP, den Dongdaemun Design Plaza. Dongdaemun ist wohl auch einer der wenigen Orte in Korea, in dem Schuhe in Größen über 45 mit nur sehr wenig Sucharbeit gekauft werden können. Wer kein Interesse an mehrstöckigen Malls mit großen Marken hat, findet einige Schritte entfernt vom DDP riesige Hallen in denen Stoffe am laufenden Meter, Handwerksutensilien und Haushaltswaren von kleinen Händlern gekauft werden können. In diesem Gewirr aus Gängen und winzigen Verkaufsboxen kann man sich leicht verirren, weswegen Sie für Dongdaemun einige Zeit einplanen sollten.

Gilsangsa Tempel

Ist für einen buddhistischen Tempel relativ neu. Seine Pforten öffnete der Tempel erst im Jahr 1995, denn die Anlage des heutigen Gilsangsa Tempels war einst ein hochkarätiges Restaurant für Politiker und Generäle, die dort von sogenannten Kisaengs, koreanischen Geischas, unterhalten wurden und Geschäfte hinter verschlossenen Türen abwickelten. Die Besitzerin des einstigen Restaurants, Kim Yeong-Han, war gläubige Buddhistin und schenkte ihr Land und das Restaurant 1987 dem Mönch Pubjeong, der das Grundstück in einen Ort der Ruhe und des Glaubens umwandelte. Gilsangsa strahlt trotz seines jungen Alters eine unglaubliche Ruhe und Spiritualität aus, die sonst sehr selten zu finden ist.

Das Hauptgebäude des Gilsangsa Tempels war ein einstiges Restaurant für Politiker und hochrankende Militärs.
Das Hauptgebäude des Gilsangsa Tempels war ein einstiges Restaurant für Politiker und hochrankende Militärs.

Lotte World Tower

Mitten im bekannten Stadtteil Gangnam, südlich des Han-River, der Seoul teilt, direkt am Lotte World Freizeitpark, steht der im April 2017 eröffnete Lotte World Tower. Mit seinen 555 Metern zählt er der Lotte World Tower zu den höchsten Gebäuden in Asien und bietet neben Geschäftsräumen, einem Einkaufszentrum und dem 6* SIGNIEL Hotel wohl eine der interessantesten Aussichtsplattformen im fernen Osten. In den Ecken des Turms befinden sich gläserne Böden, die einen Blick bis ganz unten zum Fuße des Turms erlauben, was selbst schwindelfreien Menschen ein mulmiges Gefühl bereitet. In der höchsten zugänglichen Etage, dem 123. Stock befindet sich die gleichnamige Lounge 123, die Snacks & kleine Mahlzeiten, Cocktails und Kaffee zu stolzen Preisen anbietet, die durch den unvergleichlichen Blick über Seoul aber durchaus in Kauf genommen werden können.

Blick in die Tiefe: Der Glasboden des Lotte World Towers erlaubt es den Besuchern ca. 500 Meter in die Tiefe zu blicken.
Blick in die Tiefe: Der Glasboden des Lotte World Towers erlaubt es den Besuchern ca. 500 Meter in die Tiefe zu blicken.

Hongdae

Gangnam-Style war gestern: Seouls neuestes Trendviertel nennt sich Hongdae und befindet sich im Nordosten der Stadt. Hongdae ist alles das, was man sich in einer fernöstlichen Stadt vorstellt. Bunte Reklamen, laute Musik, riesige Menschenmengen und Shops soweit das Auge reicht. Ich empfehle Hondae nachmittags zu besuchen, ausgiebig einkaufen zu gehen und den Abend mit einem leckeren koreanischen Abendessen und dem Besuch eines Pubs oder einer Karaoke-Bar ausklingen zu lassen.

Zum Abschluss möchte ich mich auch an dieser Stelle noch einmal beim KTO und der Taiwanesischen Tourismusorganisation für diese unvergessliche Reise bedanken! Sollten Ihr Interesse an Südkorea geweckt sein, finden Sie hier weiteren Lesestoff zum Land und der koreanischen Kultur.