Die Gezeiten – Ebbe und Flut auf Borkum

Die Gezeiten an der Nordsee, die Nordseeinsel Borkum, der schnelle Wetterwechsel und das gesunde Klima – all das möchte ich in diesem Artikel genauer beleuchten und natürlich auch erklären, warum sich ein Urlaub an der Nordsee lohnt!

Wie ich schon in meinem anderen Borkumartikel erwähnt habe, eignen sich die Nordseeinseln hervorragend, um die Gezeiten Ebbe und Flut besser kennenzulernen. Ich liebe es, wenn der Sturm so richtig peitscht und die Atlantikwellen schäumen. Die Macht des Meeres und des Windes sowie das Beobachten ihres gegenseitigen Liebesspiels macht mich einfach glücklich. Deshalb möchte ich jetzt etwas in die Tiefe gehen.

Ebbe und Flut – Die Gezeiten

Gezeiten – warum gibt es dieses Phänomen eigentlich und was bewirkt es?

Sicher weiß eigentlich fast jeder, dass der Mond irgendwie schuld ist, dass sich das Nordseewasser immer wieder zurückzieht und ausdehnt – genannt Ebbe und Flut. Ich wollte es aber genauer wissen und habe mich mal schlau gemacht.

Die Gezeitenkräfte sind etwa zehnmillionenmal kleiner als die Erdanziehungskraft und doch bewirken die Gravitationskräfte des Mondes eine horizontale Fließbewegung des Ozeanwassers. Genauer gesagt wirken die Gezeiten als Folge der Zentrifugalkraft und der Gravitationskraft des Mondes an mehreren Stellen der Erdoberfläche. Auch die Sonne sorgt für die Gezeitenkräfte, wenngleich sie auch viel weiter entfernt ist wie der Mond.

Oder einfach ausgedrückt: Auf der Seite der Erde, die dem Mond zugewandt ist, wirkt die Anziehungskraft des Mondes, welche das Wasser der Meere zu sich zieht (Flut). Auf der anderen Seite der Erde ist die Anziehungskraft des Mondes schwächer und die Fliehkraft wirkt, welche das Wasser quasi abstößt (Ebbe).

Während des Mondumlaufs von knapp 25 Stunden gibt es je zweimal Hochwasser und zweimal Niedrigwasser. Bei Voll- und Neumond addieren sich die Gezeitenkräfte von Sonne und Mond zu einer besonders großen Gezeitenkraft. Es dauert ungefähr 6 Stunden und 25 Minuten, in denen die Flut kommt und das Wasser steigt. Anschließend fließt das Wasser wieder für etwa 6 Stunden zurück, sodass in dieser Zeit Ebbe herrscht. Zwölf Stunden sind es also zwischen einer Flut und der nächsten. Die zweimal 25 Minuten pro Tag zusätzlich sorgen dafür, dass die Ebben und Fluten nicht immer zur gleichen Uhrzeit stattfinden, sondern sich jeweils immer zeitlich verschieben.

Auch für die küstennahe Schifffahrt, die bei zu geringer Wassertiefe wenn nötig eingestellt werden muss, sind die Gezeiten von starker Bedeutung, da die Gezeitenströmung die Schifffahrt entweder beschleunigen oder verlangsamen kann. In der Nordsee verlaufen Ebbe und Flut übrigens in einer Kreiswelle herum.

Warum gibt es an der Ostsee keine Gezeiten?

Ich frage mich, warum es anders Ostsee keine Gezeiten gibt, wo die Ost- und Nordsee doch so dicht beieinander liegen? Die Antwort ist recht logisch. Die Ostsee ist fast ein Binnenmeer und durch die schmale Öffnung zwischen Dänemark und Skandinavien kann innerhalb der sechsstündigen Flutphase nicht so viel Wasser einfließen wie nötig wäre, um von Gezeiten zu sprechen. Das gleiche gilt für die Ebbephase. Die Nordsee hingegen bietet vor allem nördlich von Schottland eine sehr breite Öffnung zum Atlantik. Von dort kommen bei Flut auch die großen Wassermassen.

Man könnte also sagen: Doch, an der Ostsee gibt es auch Gezeiten, aber dabei bewegt sich der Meeresspiegel nur innerhalb von unmerklichen 10-15 Zentimetern.

Zahlreiche Strandkörbe an der Ostsee

Das Nordseeklima und der ständige Wetterwechsel

Das Wetter auf der Nordseeinsel Borkum ist nicht anders als auf dem Festland, oder? Vielleicht doch, denn nirgendwo anders in Deutschland ändert es sich schneller. Eben noch gab es strahlenden Sonnenschein, schon stehen dicke Wolken am Himmel und Regen erfüllt die Luft. Man spürt sofort, dass das Klima auch hier von Atlantikströmungen bestimmt ist.

Borkum liegt in der gemäßigten Klimazone und ist dank der Nordsee maritimen Einflüssen ausgesetzt. Die Winter sind aufgrund des Wassers als natürlicher Wärmespeicher angenehm mild und die Sommer überschreiten nur knapp die 25 Grad Grenze. Doch scheint die Sonne erst einmal, strahlt sie scheinbar heller und macht schneller braun als an anderen Orten in Deutschland– oder kam mir das nur so vor?
Im Sommer liegt das Klima an der Nordseeküste bei Durchschnittstemperaturen von 20 Grad, während sich das Wasser der Nordsee auf 18 Grad erwärmt. Ausgeprägte Trockenperioden gibt es nicht und so kühlen auch im Sommer immer mal wieder Regenperioden angenehm ab.

Die für mich beste Zeit für eine Reise auf die Nordseeinsel Borkum ist zwischen Mai und September, da in diesen Monaten zahlreiche Events wie das Weinfest sowie Führungen zur Seehundsbank und zum Nordsee-Aquarium bei angenehmen Temperaturen geboten werden.

Borkum
Borkum
Strandkorb auf Borkum

Mein Fazit:

Macht es die schöne Nordseeinsel Borkum nach so viel Hintergrundwissen nun noch attraktiver? Vielleicht für den einen oder anderen. Fakt ist allerdings, dass es auf keiner Nordseeinsel wie in Borkum so viele Reha- und Kurzentren gibt. Es muss also doch daran liegen, dass es sich hier so gesund leben lässt. Ich finde die Nordseeinsel darüber hinaus einfach wunderschön und denke, jeder Deutsche sollte wenigstens einmal hier gewesen sein.

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