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Karpaten

Wandern in Rumänien/in den Karpaten

Wer noch nie in Rumänien 🇷🇴 war, kann sich die landschaftliche Schönheit des Landes schwerlich vorstellen. Vermutlich kommt zuerst Dracula, der Vampir 🦇ins Gedächtnis, der in einer dunklen, verlassenen Burg auf Jungfrauen lauert und nur darauf wartet, ahnungslose Touristen zu erschrecken!? Weit gefehlt! Rumänien ist so viel mehr als Bram Strokers Graf Dracula und das Schloss Bran. Das Land punktet mit mittelalterlichen Burgen, malerischen Dörfern, bemalten Kirchen und einer schönen alpinen Landschaft, die im Winter Skifahrer und im Sommer Wanderer anlockt.

Viele Touristen und Reisende haben dieses Land noch nicht auf dem Radar und somit ist es wahrscheinlich noch lange ein echter Geheimtipp. Die Betonung liegt hier auf „wahrscheinlich“. Beeile dich also lieber!

Karpaten
Karpaten

Rumänien im Überblick

Wilde Landschaften, die zerklüfteten Karpaten, eine reiche Tier- und Pflanzenwelt sowie jede Menge traditionelle Dörfer, die noch unberührt von der Zivilisation sind – kein Wunder, dass Rumänien häufig als letztes Wildnis-Gebiet Europas bezeichnet wird. Das Land im Südosten Europas liegt am Schwarzen Meer und grenzt an insgesamt fünf Länder – Bulgarien, Ungarn, Moldawien, Serbien und der Ukraine. Der historische Staat ist Heimat mehrerer Naturschutzgebiete und Nationalparks.

Besonders für Wanderungen, Bergtouren und alle Arten von Outdoor-Abenteuern und Sportarten ist Rumänien ein großartiges Ziel – aber nur wenige Reisende wissen das! Die Rumänischen Karpaten bieten Wandermöglichkeiten der Extraklasse und lassen sich in drei Gruppen unterteilen: die West-, Süd- und Ostkarpaten.
Jährlich zieht es Wanderfreunde und Bergliebhaber in die Höhlen der Westkarpaten, auf die höchsten Gipfel der Südkarpaten oder man genießt die weiten Ausblicke der Ostkarpaten. Egal wo es einen hinführt, die Wildnis und der raue Charakter der Karpaten bieten ein magisches Erlebnis.

Wir stellen HIER drei Wanderungen vor – für Anfänger und Fortgeschrittene ist für jeden die passende Tour dabei. Es geht hoch hinaus auf den Gipfel des Moldoveanu, zu einer entspannten Wanderung zu einem Basaltgipfel und durch die vulkanische Wildnis.

Wanderung zum Gipfel Moldoveanu (Südkarpaten)

Dauer: circa 11 Stunden (6,5 Std. Aufstieg/4,5 Std. Abstieg) / rund 1.900 Höhenmeter 🏃

Die größte Herausforderung bei dieser Wanderung liegt nicht unbedingt an der Strecke selbst, sondern vielmehr an ihrer Länge. Rund elf Stunden dauert die Tour insgesamt inklusive Auf- und Abstieg, je nachdem wie viele Pausen Du einlegen (musst). Während der Tour gibt es keine Einkehr – oder Übernachtungsmöglichkeit, so dass es ratsam ist, früh morgens zu starten und vorher das Wetter zu checken. Eine überdurchschnittlich gute Kondition sollte hier ebenfalls Grundvoraussetzung sein. Der Moldoveanu liegt im Fagaras-Gebirge (Gebirgsgruppe der Südkarpaten), die auch als Siebenbürgens/Transsilvanische Alpen bekannt sind, im Herzen Rumäniens. Mit seinen 2.544 Metern Höhe ist der Berg der höchste Punkt des ganzen Landes und diese Wanderstrecke gehört ohne Zweifel zu den schönsten des Landes. Die Tour startet in der Nähe des kleinen Industriestadt Victoria auf 580 Metern Höhe. Kleine rote Dreiecke markieren den Weg und sorgen dafür, dass Du nicht verloren gehst. Die ersten Kilometer wird ein Bach Dein ständiger Begleiter sein. Also immer dem Rauschen des Wassers folgen. Im Laufe der Wanderung überquerst Du eben diesen zweimal, wanderst über eine Hochebene, überschreitest einen Grat und wirst bereits zwischendrin mit einem grandiosen Blick auf die Weiten der Südkarpaten belohnt. Kurz vor dem eigentlichen Ziel der Wanderung erreichst Du den zweithöchsten Punkt Rumäniens, den Vistea Mare. Von hier aus sind es nur noch wenige Minuten bis zum Gipfel des Moldoveanu. Auf dem Dach Rumäniens angekommen, erwartest Du ein „Top-of-the-World“-Gefühl der Extraklasse. Spätestens hier werden all Deine Anstrengungen belohnt.

Wanderung zum Detunata-Basaltgipfel (Westkarpaten)

Dauer: circa 4 Stunden / rund 13 Kilometer 🏃

Für alle Rumänien-Besucher, die nicht regelmäßig wandern, ist diese Tour genau die richtige. Ein wenig körperliche Fitness ist auch hier nicht verkehrt, aber bei lediglich knapp über 300 zurückzulegenden Höhenmetern schaffen es auf diesen Gipfel auch Hobby-Wanderer ohne Probleme. Ziel der Tour ist der Detunata-Basaltgipfel (1.210 Meter hoch) im Apuseni-Gebirge in den westrumänischen Karpaten. Geologisch gesehen ist der Felsgipfel der Rest eines erloschenen Vulkankraters und besteht aus Basalt in Form von stattlichen Säulen. Start- und Endpunkt der Wanderung ist das kleine Dorf Bucium, wahlweise kannst Du auch von Rosia Montana aus starten. Die Tour ist zwar mit 13 Kilometern schon recht lang für eine Anfänger-Tour, aber da die Strecke auf den Gipfel und wieder hinunter ins Tal wirklich einfach ist, solltet Du circa vier Stunden einplanen. Es sei denn, Du machst zwischendrin viele Pausen. Möglichkeiten gibt es einige.

Wandern durch die vulkanische Wildnis (Ostkarpaten)

Dauer: etwa 3 Stunden 🏃

Die Ostkarpaten sind die längste der drei Karpaten-Gruppen. Zu den wichtigsten Schutzgebieten gehört unter anderem auch der Calimani Nationalpark. Du wolltest schon immer auf den Spuren eines Vulkans wandern, dann kannst du das genau HIER tun. Das weite Gebiet der Calimani-Berge verfügt über lange Wanderwege, dichte Buchen-, Fichten- und Nadelwälder mit sonnigen Lichtungen und Wildpferden, die sorglos am Wegesrand grasen, Panoramablicke und eine riesige Vulkanlandschaft. Der vulkanische Ursprung des heutigen Calimani-Nationalparks hinterließ einzigartige und erstaunliche Spuren in diesem Gebiet, darunter die größte inaktive Caldera Europas, etwa zehn Kilometer breit und 800 Meter tief, und die seltsam geformten Felsen der „12 Apostel“. Genau das ist das Ziel. Die Route zur geologischen Formation, beim Dorf Neagra Sarului beginnend, ist mit ihren etwa drei Stunden nicht sonderlich lang, aber dafür besonders schön. Vom Startpunkt aus folgst Du immer dem roten Punkt-Schild und schon ist man auf dem richtigen Weg.

Wälder in den Karpaten
Wälder in den Karpaten

Die interessantesten Sehenswürdigkeiten in Rumänien

Wenn man im Freundeskreis oder auf der Arbeit erzählen, wohin die nächste Reise führt, bekommst Du sicherlich unendlich viele Tipps, was man sich unbedingt anschauen müssen. Die Gespräche laufen wie folgt ab: „Wir fliegen übrigens bald nach New York.“ – „New York?! Da war ich schon ein paar Mal. Wenn du die Stadt von oben sehen möchtest, dann geh lieber aufs Rockefeller Center und nicht aufs Empire State Building, der Ausblick ist hier viel besser. Und fahr auf jeden Fall mit der Staten Island Ferry, die ist umsonst und du hast einen tollen Blick auf die Freiheitsstatue.“ Habe ich Recht? Wenn Du jetzt aber sagst: „Unsere nächste Reise geht nach Rumänien.“ werden sich die Tipps in Grenzen halten und Deine Freunde und Arbeitskollegen werden wohl eher fragend gucken und sagen: „Wohin?! Rumänien. War ich noch nie. Wohnt da nicht Dracula?!“ Für die meisten Menschen ist das Land nämlich noch ein weißer Fleck auf der Landkarte. Wir haben uns vor Ort umgeschaut und verraten ein paar der interessantesten Sehenswürdigkeiten, die man bei einer Reise in dieses geheimnisvolle Karpatenland „auf keinen Fall verpassen sollten“.

Schloss Bran - Rumänien
Schloss Bran – Rumänien

Eine der Hauptattraktionen ist die Heimat des wohl berühmtesten Einheimischen Graf Dracula – Schloss Bran. Das gotische Schloss, das hoch oben auf einem bewaldeten Hang bei Brasov in der Region Siebenbürgen liegt, ist das rumänische Wahrzeichen schlechthin.

Aber Rumänien hat weit mehr Schlösser als Draculas schaurig-schönes Domizil. Sowohl im späten 19. Jahrhundert als auch heute gilt das Schloss Peles als eines der schönsten in Europa und das erste vollständig elektrifizierte auf dem Kontinent. Am Flussufer von Peles befand sich ein eigenes Kraftwerk. Darüber hinaus wurde das Gebäude seither mit einem Aufzug im Inneren, einer Vakuum- und Zentralheizung ausgestattet. Das Schloss verfügt über stattliche 170 Räume, von denen aber nur zehn für Touristen zugänglich sind.

Schloss Peles - Rumänien
Schloss Peles – Rumänien

Ein Besuch in den Karpaten sollte ebenfalls nicht fehlen: Ob zum Wandern, Radfahren, Skifahren oder einfach nur zum Sightseeing, diese Berge sind eines der wertvollsten Güter Rumäniens. Als allgemeine Richtlinie bilden die Karpaten ein 1.500 Kilometer langes Gebiet in Mittel- und Osteuropa. Ihre Bestandteile erstrecken sich in einem Bogen von der Tschechischen Republik bis nach Rumänien. Die Berge befinden sich inmitten wunderschöner Landschaften, die von Region zu Region variieren.

Transylvania - Rumänien
Transylvania – Rumänien

Rumänien verfügt über insgesamt 13 Nationalparks, drei Biosphärenreservate und 14 Naturparks. Das im Osten Rumäniens gelegene Donaudelta ist Teil des Weltnaturerbe, ein UNESCO-geschütztes Biosphärenreservat und eine der führenden Attraktionen des ganzen Landes. Mit über 5.500 Flora- und Fauna-Arten hat das Donaudelta, welches nur per Boot erreichbar ist, die drittgrößte Artenvielfalt der Welt und ist ein Paradies für Vögel und Fische.

Nicht weniger besonders ist der Nationalpark Retezat, das größte Naturschutzgebiet des Landes. Das Naturdenkmal wurde bereits im Jahr 1979 von der UNESCO in die Liste der Naturschutzgebiete der Biosphäre aufgenommen. In den Westkarpaten, in den imposanten Retezat-Bergen gelegen, bietet es einige der besten Aussichten in Südosteuropa. Ein Besuch ist ein Muss für alle Naturliebhaber.

Nationalpark Retezat - Rumänien
Nationalpark Retezat – Rumänien

Neben all der wilden Natur, hat Rumänien auch einige schöne Städte in petto. Allen voran natürlich die moderne europäische Hauptstadt Bukarest, die das Alte mit dem Neuen verbindet. HIER in Unserem weiteren Beitrag kannst Du mehr darüber erfahren- Hinter den Karpaten – Rumänien im Fokus. Bukarest ist die industriell bedeutendste und mit fast zwei Millionen Einwohnern auch die bevölkerungsreichste Stadt Rumäniens. Zu den interessantesten und bekanntesten Sehenswürdigkeiten gehören der Parlamentspalast – mit 3.100 Zimmern auf zwölf Stockwerken das größte Parlamentsgebäude der Welt – , das rumänische Athenaeum, die Oper, das Naturkundemuseum „Grigore Antipa“, den Herăstrău Park, die Cișmigiu Gärten sowie die Altstadt mit ihren schmalen Kopfsteinpflasterstraßen, alten Gebäuden und einiger mittelalterlicher Kirchen.

Parlamentspalast
Parlamentspalast

Wenn Du aus der Richtung der Hauptstadt kommst und in die Berge möchtest, wird man definitiv an der Stadt Brasov vorbeikommen. Fahre nicht einfach nur vorbei, sondern plane etwas Zeit ein. Es lohnt sich! Im Herzen Rumäniens und der Karpaten gelegen, ist Brașov eine der größten und schönsten Städte Rumäniens. Mit rund 250.000 Einwohnern kein Vergleich zu vielen deutschen Großstädten, aber für rumänische Verhältnisse ist das schon eine Menge. Ganz nach dem lokalen Sprichwort: „Starke Essenzen kommen in kleinen Flaschen.“

Die beste Reisezeit für eine Wanderung in den Karpaten

Die beste Zeit für eine Wanderung in Rumänien ist zwischen April und Oktober ☀️– zumindest für die meisten Berge und Pfade mit einer Höhe von 1.500 bis 2.000 Metern. Bei anspruchsvolleren Wegen und Wanderungen auf Gipfel über 2.000 Metern Höhe verkürzt sich die Reisezeit vom Juni bis Oktober. So sind beispielsweise die Berge Fagaras, Parang und Retezat auch Mitte Mai noch schneebedeckt, andere Gebiete wie etwa das Apuseni-Gebirge hingegen sind bereits im April für eine Wanderung geeignet.

Das Klima in Rumänien ist gemäßigt kontinental, trotzdem können Temperaturen und Wetterbedingungen in großen Höhen sehr schwierig sein und die Wetterlage ändert sich teils in einem rasanten Tempo. Achte also unbedingt auf die lokalen Wettervorhersagen⛈, um keine bösen Überraschungen zu erleben!

Wichtige Einreiseinformationen

Da Rumänien zur Europäischen Union gehört, benötigen Staatsangehörige anderer EU-Länder kein Einreise-Visum. Ein bis zum Ausreisedatum gültiger Reisepass oder Personalausweis reicht vollkommen aus. Kinder benötigen ebenfalls ein eigenes Ausweisdokument.

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