Seekrankheit, was nun?

Eine Schiffsreise oder Kreuzfahrt zu machen, ist ein Traum, den viele Menschen hegen. Doch das Thema Seekrankheit stößt dabei einigen sauer auf. Wie kann man Seekrankheit vorbeugen? In welchen Gebieten läuft man Gefahr seekrank zu werden? Inwiefern spielt die Schiffsbauweise eine Rolle bei Seekrankheit? Fragen, die wir hier klären wollen!

Wie kann man Seekrankheit vorbeugen?

Die wichtigste Frage lautet bei den meisten Menschen: Wie werde ich nicht seekrank? Dafür sollten wir zuerst klären, was Seekrankheit überhaupt ist. Es fängt mit Unwohlsein an, steigert sich zu Übelkeit und Erbrechen bis hin zu Kreislauflaufproblemen und andauernder Müdigkeit. Auf einem schaukelnden Schiff läuft fast jeder Normalsterbliche Gefahr die Seekrankheit zu bekommen. Insbesondere unser Gleichgewichtsorgan sorgt dafür, dass wir mit wackeligen Beinen zur Reling eilen und grün anlaufen. Der Körper schüttet verstärkt Stresshormone wie Histamin aus und vorbei ist es mit unserem chemischen Gleichgewicht.

Mediziner setzen hier als erstes an und verschreiben Antihistaminika in Form von Tabletten oder Kaugummi. Scopolamin ist ein weiteres Medikament gegen Seekrankheit. Es unterdrückt erfolgreich Brechreiz und Übelkeit und ist zudem als Pflaster und Kaugummi erhältlich. Medikamente sollten erst nach Absprache mit dem Hausarzt und noch an Land bereits einige Stunden vor dem Törn eingenommen werden. Alternative Mittel gegen Seekrankheit sind das Ingwerpräparat Zintona oder das homöopathische Mittel Cocculus D6. An Bord gibt es auch die Möglichkeit sich mit Medikamenten gegen Seekrankheit einzudecken.

Müssen es immer gleich Medikamente sein, um die Seekrankheit zu vermeiden? Eingefleischte Seefahrer sagen, man bekäme nur seefeste Beine, wenn man sie auch trainiert. Spaziergänge an Deck sollen helfen, ebenso wie eine Kabine mit Seeblick, um den Horizont zu fixieren.

Eine Horizontbrille ist eine weitere Möglichkeit um sich gegen die Schräglage und Schwankungen des Schiffes zu wappnen. Diese spezielle Brille gegen Seekrankheit hat zwischen Doppelglas eine Flüssigkeit, in der sich ein schwarzer Balken befindet. Der richtet sich immer waagrecht aus und erschafft so für seinen Träger einen künstlichen festen Horizont, der nicht schwankt wie der echte.

Um den Körper optimal in den ersten Tagen an die See zu gewöhnen und nicht seekrank zu werden, helfen am meisten Ruhe und viel Schlaf. Die Seekrankheit verschwindet meistens nach drei Tagen von ganz allein!

Um Seekrankheit in den ersten Tagen zu vermeiden, sollten Sie:

  • Histaminhaltige Nahrungsmittel zum Beispiel Sauerkraut, Käse, Salami, Hackfleisch oder Thunfisch meiden
  • Auf Alkohol und Nikotin verzichten
  • Nicht lesen, lieber schlafen oder ausruhen
Paar auf dem Schiff

In welchen Gebieten läuft man Gefahr seekrank zu werden?

Da die Seekrankheit vor allem dann auftritt, wenn das Schiff kräftig schaukelt oder in Schräglage kommt, ist hier das Wetter von entscheidender Bedeutung. Kreuzfahrtschiffe sind in der Regel sehr sicher, aber können auch schaukeln. Meistens sorgen allerdings die Schiffsstabilisatoren dafür, das Schiff auch bei schwerer See ruhig zu halten. Grundsätzlich sollte man bei hohem Seegang in der Kabine, am besten mittschiffs, bleiben. Hier bemerkt man das Schaukeln am wenigsten und wird weniger schnell seekrank.

Im Sommer gibt es in der Regel keine starken Stürme in Nordeuropa, sowie auf der Nord-und Ostsee. Gute Voraussetzungen also, um Seekrankheit zu vermeiden. In den Wintermonaten wird das nördliche Mittelmeer wie auch die Nordsee öfters von Stürmen heimgesucht. Zuletzt wurde im Januar 2017 die AIDAprima bei einer Windstärke 10 umgeroutet und konnte bei der vorhergesagten Wind- und Wetterlage nicht planmäßig in den Hafen von Rotterdam einlaufen. Es ging aber alles gut und die Passagiere haben sich größtenteils nicht die Laune verderben lassen – von Seekrankheit war wenig die Rede. Im Winter daher lieber südlicher fahren.

Mein Schiff 6
Mein Schiff 6

Reisewetter auf dem Schiff, woher weiß ich wann ich welche Route fahren soll?

Das bringt uns gleich zur nächsten Frage: Woher weiß ich eigentlich, welches Reisewetter gerade ist und welche Route gefahren wird? Wie das Beispiel der AIDAprima gezeigt hat, steuern die Kapitäne ihre Kreuzfahrtschiffe trotz Stabilisatoren nicht blindlings in Stürme hinein, sondern fahren dann eine andere Route. Das Schiffspersonal wie auch Durchsagen vom Kapitän halten die Passagiere ständig informiert.

Da viele europäische Kreuzfahrtschiffe ganzjährig ihre Routen anbieten, ist es als Kreuzfahrtneuling und in Hinblick auf die Seekrankheit von Vorteil zu wissen, dass es zwar nie eine hundertprozentige Vorhersage geben wird, aber die Wahrscheinlichkeit und Statistik folgendes besagt:

Im Sommer Nord- und Ostsee wie auch Mittelmeer. Im Winter lieber südlicher fahren zu Gebieten wie die Kanaren, Karibik und Asien.

Stürmische See

Welche Routen eignen sich für Kreuzfahrt-Neulinge?

Und was heißt das nun konkret für Kreuzfahrt-Neulinge, die zur Seekrankheit neigen? Laut Statistik ist es auf der Pazifikseite Nordamerikas unruhiger als auf der Atlantikseite. Zur Hurrikan-Saison im Sommer sollte die Karibik wie auch Bahamas und Co. eher nicht angesteuert werden. Überhaupt ist der offene Pazifik für Seegangs-empfindliche Personen nicht zu empfehlen. Alaska Kreuzfahrten ab Seattle sind hier also nicht anzuraten.

Stattdessen sollten sich Kreuzfahrt-Neulinge für Kreuzfahrten im östlichen Mittelmeer -vorzugsweise im Sommer- begeistern oder sich auf eine Dubai-Route im Orient freuen. Hier gibt es meist nur leichten Seegang, doch sehr viel zu sehen. Gleiches gilt für das Rote Meer.

Inwiefern spielt die Schiffsbauweise eine Rolle bei Seekrankheit?

Wie Sie schon herauslesen konnten, verfügen große Kreuzfahrtschiffe über Schiffsstabilisatoren. Diese überlisten quasi den hohen Seegang, indem die seitlich ausfahrbaren, beweglichen Flossen die Seitwärtsbewegung des Schiffs abfedern. Ähnlich wie Flugzeugflügel erzeugen sie zusammen mit der Fahrströmung des Schiffs einseitig wirkenden Auftrieb beziehungsweise Abtrieb durch entgegengesetzte Drehbewegungen auf der jeweiligen Seite des Schiffs. Das Schiff bleibt also relativ ruhig und die Seekrankheit weg!

AIDAprima in Hamburg

Doch wie sicher sind Kreuzfahrtschiffe nun wirklich?

Schiffsreisen liegen angesichts von Terroranschlägen und politischen Krisen voll im Trend. Auf See ist man sicher, oder? Zum einen gibt es gewisse vorgeschriebene Standards in Sachen Technik, Sicherheit, Bauweise und Equipment wie zum Beispiel die „SOLAS“-Richtilinien (Safety of Life at Sea). Sie schreiben beispielsweise vor wie viele Rettungsboote und Rettungswesten auf einem Schiff vorhanden sein müssen.
Zum anderen werden Schiffe regelmäßigen Kontrollen unterzogen und müssen eine Art TÜV bestehen. Auch der Spruch: „Schotten dicht“ – ist keine Lüge. Die Vereinten Nationen schreiben vor, dass generell alle Schotten, also die wasserdichten Türen und Trennwände im Schiff, zur Erhöhung der Reisesicherheit auf See geschlossen bleiben müssen. Doch nicht nur die moderne nautische Technik und die vielen Sicherheitsvorschriften, sondern auch mehrere qualifizierte Offiziere an Bord machen Kreuzfahrtschiffe so sicher. Das Sicherheitsniveau in der Kreuzfahrtbranche ist also sehr hoch. Beste Voraussetzungen um nicht seekrank zu werden!

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