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Passport und Visa

Mein Freund der Zoll

Alles begann im Jahr 2000 bei meiner ersten Amerika Reise. Mein Flug ging nach Vancouver Canada wo ich sehr freundlich am Zollschalter empfangen wurde. Nachdem mich meine Freunde am Flughafen abgeholt haben um mit mir in die Vereinigten Staaten zu fahren war alles neu und fremd für mich. Am Amerikanischen Zoll angekommen fing meine „Disaster-Zoll-Laufbahn“ dann an. Nachdem ich verdutzt die Fragen auf dem Zettel beantwortet habe, welche mich unter anderem über meine Beziehungen zum 3. Reich darlegen liesen, wurde ich nach ca. 30 min mit meinem bisher gebrochenen Schulenglisch und der Hilfe meiner Freunde aus dieser Befragung entlassen.

Einreise in die USA

Das nächste mal war ich in Amerika im Zuge meiner Weltreise. Nachdem ich nach meinem 12h Flug aus Neuseeland in LA angekommen bin, war ich dementsprechend gerädert. Aber wieso sollte mich der amerikanische Zollbeamte auch freundlich empfangen, Gründe dafür gab es ja keine. Deswegen wurde ich erstmal von dem netten Herren mit den Worten „Ziehen Sie ihre Mütze ab und zollen den Vereinigten Staaten etwas mehr Respekt“ begrüßt.

Ok in Neusseeland sagte man: „Herzlich willkommen in Neuseeland“ aber der Charme des Amerikanischen Zollbeamten war unübertroffen. Nach dem 5ten Versuch ihm zu erklären das ich von LA nach Vancouver reisen möchte und ihm daher nicht vorab sagen kann, wo ich explizit Übernachten werde, durfte ich zum nächsten Schalter der wohl für extrem einreisende Härtefälle gedacht war. Dort angekommen war die Frage des Zöllners: „Wo übernachten sie?“ OK ich muss zugeben hier war ich langsam überfordert. Ich wusste nicht genau ob ihnen meine Aussage nicht passte, oder die Tatsache das ich von Beginn an durch das tragen meiner Baseballcap nicht genug Respekt geZollt habe, oder diese Menschen mich einfach nicht verstehen wollten.

Nun denn irgendwann habe ich herausgefunden was man von mir verlangte, bin zum nächsten Telefonbuch habe mir die Anschrift irgend eines Hotels in LA ausgesucht und diese Adresse dann in meinen kleinen Gelben „NEIN ICH BIN KEIN TERROROST – FRAGEBOGEN“ eingetragen und schwups war alles bestens und ich durfte einreisen.

Niagara Wasserfälle
Niagara Wasserfälle

2005 war ich dann etwas schlauer … wieder überquerte ich die Grenze von Canada aus und begegnete wieder einem freundlichen Zöllner und hatte sogar die Adresse meines Hotels parat.

Nachdem meine Fingerabdrücke und meine Augen gescannt wurden kam wieder die allgemein Frage meiner Schlafgelegenheit. Ich wusste bis dahin nicht, dass die Hotelkette Sheraton die etwas gehobenere Klasse beherbergt. Ich glaube so schnell und mit so wenig Problemen bin ich noch nie eingereist. Der Stempel war schneller in meinem Pass als ich Danke sagen konnte. Ich war begeistert und habe mir gesagt, dass Zöllner doch nicht alle schlechte Menschen sind.

Passport und Stempel
Passport und Stempel

Bis ich dann in Deutschland angekommen bin und nach meiner glücklichen Einreise in die Vereinigten Staaten erstmal ca. 1h dem Zoll in Deutschland Rede und Antwort stehen durfte um Ihnen zu versichern, dass das Fahrrad, das ich mit mir führe, MIR GEHÖRT und ich es bereits bei Abreise mein Eigentum nennen durfte.

Ich freu mich schon auf meine nächste Zollerfahrung und kann es kaum erwarten was das nächste mal auf mich wartet, ein Grund nicht nach Amerika zu gehen sind diese Vorfälle nicht. Ich habe soviel schöne Dinge erlebt das ich über die Zollberichte hinwegsehen kann. Ausserdem kann man doch niemand übel nehmen, wenn er sich strikt an die auszufüllenden kleinen gelben Fragebögen hält.

Man sollte doch davon ausgehen, dass ein Terrorist auch einträgt, dass er ein solcher ist. *smile*

FAQ für Einreise- und Zollbestimmungen in Amerika hier.

4 Kommentare

  1. Naja schlechte Zollerfahrungen habe ich auch hinter mir und das jeder Schwarzkopf in der USA als Terrorist angesehen wird ist auch nichts neues. Hier gebe ich Heike recht, ein politischer Wechsel und eine postive Grundstimmung sollten beachtet werden.

  2. Stimmt, die US Behörden verstehen keinen Spass. Humorlos ist kein Ausdruck. Dumme Witze über die falschen Themen können zu unangenehmen Bekanntschaften führen, Rückweisung und/oder Beschlagnahmung des Laptops. Es ist wirklich Zeit für einen politischen Wechsel und eine positivere Grundstimmung.

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