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Kraterseen in São Miguel

Insel-Wanderreisen: Die Azoren mitten im Atlantik

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Azoren Google Maps
Azoren Google Maps

Was sind das für Inseln, die geheimnisvoll und für viele meiner Freunde völlig unbekannt, hinter den sieben Meeren bei den sieben Nixen aus dem Wasser tauchen? – Eine spannende Reise zum Horizont Europas und darüber hinaus.
Google Maps Azoren

Die üblichen Quellen und Nachschlagewerke, die ich zum Thema Azoren aufsuche, regen meine Neugier an. „Die Azoren Inselgruppe besteht aus neun großen Inseln, vulkanischen Ursprungs und mehreren kleinen Inseln im Atlantik. Ihr mildes Klima verdanken sie dem Golfstrom, der ihre üppige Vegetation fördert. Die mehr als 1.300 km westlich von Portugal entfernt liegenden Inseln sind geprägt von erloschenen Vulkanen, heißen Quellen, wunderschönen Küstenlandschaften und einer ländlichen, bäuerlich geprägten Bevölkerung. Die Azoren begeistern mit einer einzigartigen Flora und Fauna. Dies macht sie zu einem Wanderparadies mit großem Erholungsfaktor fernab von touristischen Ballungszentren“.

Wandern auf der Hauptinsel São Miguel

Die größte Azoreninsel São Miguel liegt inmitten der subtropischen Klimazone und ist vom Golfstrom umspült. Der Blick gleitet über weite Wiesen, üppige Wälder und malerische Seen, wo immer man sich befindet. São Miguel wird deshalb auch von seinen Bewohnern liebevoll die „Ilha Verde“, die „Grüne Insel“ genannt. Entlang der Küste entdeckt man wunderschöne Strände und Klippen. Auf der Insel gibt es noch viele alte Fußpfade, die von den Bewohnern jahrhundertelang für ihre Arbeit genutzt wurden. Im Laufe der Zeit wurden weite Teile des alten Wegenetzes instand gesetzt und ausgeschildert, so dass Wanderer die entlegenen und atemberaubenden Landschaften der Azoren leichter erkunden können. Mit etwas Glück kann man im Meer zwischen den Inseln Delfine und Wale beobachten, die sich in den Wellen tummeln.

Im Westen von São Miguel liegen gigantische Vulkankessel, in denen sich die größten Seen der Azoren befinden. Der blaue See „Lagoa Azul“ und der grüne See „Lagoa Verde“ sind durch eine begehbare Bogenbrücke miteinander verbunden. Vom Aussichtspunkt „Vista do Rei“ hat man einen Blick auf die Zwillingsseen, den man nicht mehr vergessen wird. Atemberaubend! Sofern die Sicht gut ist. Auf den Berghöhen der Insel kann das Wetter nämlich schnell kippen! Die Aussicht dort oben ist unberechenbar; an den Küsten strahlt noch die Sonne, doch in den Bergen können sich schnell dunkle Wolken davor schieben.

Die Zwillingsseen von São Miguel
Die Zwillingsseen von São Miguel
Die grüne Landschaft von São Miguel
Die grüne Landschaft von São Miguel

Europas einzige Teeplantage

Eine Wanderung durch die einzige Teeplantage Europas auf São Miguel.

Entlang der Nordküste von São Miguel befindet sich die Teeplantage Chá Gorreana, die einen ganz neuen Blick auf das Leben auf den Azoren öffnet. Der Besuch dort ist eine aufschlussreiche Begegnung mit der Vergangenheit der Inseln und den Veränderungen, die sich durch Industrialisierung und Klimawandel ergeben. Durch die Plantage führt ein beschilderter Weg, den man alleine oder in Grüppchen durchqueren kann. Man sieht und riecht die wundervoll duftenden Blätter der Teepflanzen. Im Haupthaus kann man die jahrhundertealten Geräte und Werkzeuge der Teeverarbeitung bestaunen und zum guten Schluss bekommt man noch einen frischen Tee serviert.

Die Teeplantage auf den Azoren
Die Teeplantage auf den Azoren
Arbeiter auf den Teeplantagen
Arbeiter auf den Teeplantagen
Historische Maschine zur Teetrocknung
Historische Maschine zur Teetrocknung

Die heißen Quellen im Kurort Furnas

Der Kurort Furnas auf der Insel São Miguel ist für seine 22 heißen Quellen bekannt und zählt zu einem der schönsten Orte der Azoren. Zahlreiche Wanderrouten führen durch das Tal und rund um die heißen Seen. Im östlichen Teil der Insel findet man den Park Terra Nostra mit seinen beeindruckenden Parkanlagen mit einer bunten Mischung an Pflanzen und Tieren. Inmitten des Parks ist ein teichartiges Thermalbecken aus heißen Quellen. Im Becken kann man im angenehmen 38°C warmen Thermalwasser schwimmen. Es ist der perfekte Ort für Wellness, Entspannung und Erholung.

Azoren, Sao Miguel, Park Terra Nostra
Azoren, Sao Miguel, Park Terra Nostra
Parkanlage Terra Nostra
Parkanlage Terra Nostra

Die heißen Quellen an der Lagoa das Furnas

Diese leichte Wanderung auf São Miguel führt rund 10 km rund um die bekannte Lagoa das Furnas. Der Weg verläuft drei Stunden größtenteils ebenerdig am Ufer entlang. Dabei passiert man auch das kleine Thermalgebiet mit den heißen Quellen (Caldeiras) am Nordufer. Offizieller Start- und Endpunkt ist der tiefer gelegene Ort Furnas. Wer sich den Auf- und Abstieg sparen möchte, kann auch am Südufer der Lagoa das Furnas parken. Allerdings verpasst man dann die schöne Aussicht vom Pico do Milho auf Furnas.

Heiße Quellen in Furnas
Heiße Quellen in Furnas

Die zweitgrößte Azoreninsel Pico

Der 2.351m große namensgebende Vulkanriese Pico thront imposant mitten auf der Insel und ist somit nicht nur auf den Azoren der höchste Berg, sondern auch von ganz Portugal. Der noch heute aktive Vulkan ist in den letzten 500 Jahren vier mal ausgebrochen. Die Besteigung des Vulkans ist ein besonderes Erlebnis und sollte nicht ohne einen ortskundigen Führer unternommen werden. Oben angekommen kann man eine sagenhafte Aussicht über die gesamte Insel genießen und – sofern man früh genug aufsteht – einen großartigen Sonnenaufgang erleben.

Fantastische Wanderung entlang der Nordküste von Pico (9 km).
Durch Santana an der Küste von Pico führt ein Wanderpfad vorbei an beschaulichen Feriendörfern. Hinter dem kleinem Ort Cabrios durchwandert man ein beeindruckendes Lavafeld. Auf dem Rückweg an der Küste nach Lajido kommt man an Lavagärten vorbei, in denen Wein, Feigen und Misteln angebaut werden

Pico
Der Vulkan Pico auf der Insel Pico

Die Kulinarik der Azoren

Die Bewohner der Inseln sind besonders herzlich und kochen hervorragendes Essen. Das wohl bekannteste Gericht der Azoren, “Cozida das Furnas“ (Fleischeintopf), stammt aus ihrer berühmten Naturküche. Diese kulinarische Inselspezialität aus Furnas wird mit Fleisch und zahlreichen Gemüsesorten sechs Stunden in der Hitze des vulkanischen Bodens geschmort.

Furnas. Natürlicher Backofen durch vulkanische Hitze
Furnas. Natürlicher Backofen durch vulkanische Hitze

Nicht nur dieser Eintopf steht für die Küche der Azoren, sondern auch eine Vielfalt an Fischgerichten und Meeresfrüchten, die sie überwiegend mit natürlichen Aromen und regionalen Zutaten zubereiten. Zum Nachtisch kann man süße und saftige Ananas essen, die seit dem 19. Jahrhundert auf den Inseln angebaut werden.

Reife, saftige Ananas
Reife, saftige Ananas

Die Anreise auf die Azoren

Auf die Azoren gelangt man in der Regel per Flugzeug, da es mit dem Schiff von Portugal aus zu Gefährlich wäre. Jede große Insel verfügt über einen modernen Flughafen und zwischen allen Inseln gibt es Fährverbindungen. Regelmäßige Fahrpläne gibt es zwischen den Inseln in den Monaten April bis Anfang Oktober. Die Fluggesellschaft Santa Air Acores bietet auch innerhalb der Inseln Flüge an, einige werden aber nicht immer täglich angeflogen. Mit Santa Air Acores kann man aber auch von Frankfurt aus nonstop nach Ponta Delgada fliegen, der Hauptstadt von São Miguel. Die Fluggesellschaft Germania fliegt jeweils freitags ab Düsseldorf nonstop nach Ponta Delgada. Die Hauptinseln werden zudem täglich von Deutschland aus mit der Fluggesellschaft TAP Air Portugal angeflogen, leider muss man aber in Lissabon umsteigen.

Der Hafen vor Porta Delgada
Der Hafen vor Porta Delgada

Resümee und Empfehlung

Die Azoren sind perfekt für Abenteurer, die die Natur lieben. Diese ursprünglichen Inseln bieten unendlich viele Reize, um den Urlaub abwechslungsreich und erholsam gleichermaßen zu gestalten: Atemberaubende Küsten, liebliche Städtchen und beeindruckende Landschaften! Ich kann jedem unbesorgt eine Reise auf die Azoren empfehlen. Lasst euch von der Kultur und faszinierenden Natur der Azoren bezaubern!

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Euro Lloyd Reisebüro – Die Experten für Urlaub auf den Azoren


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2 Kommentare

  1. AZOREN noch immer ein echter Geheimtipp. Jeder der unberührte, spektakuläre Landschaften liebt, kommt hier voll auf seine Kosten. Die besonderen Lichtverhältnisse sind das Glück eines jeden Fotografen. Kann man an den Bildern im Bericht sehen.
    Gratulation die Bilder sind gut gelungen !

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